Chilies - Meine erste Aufzucht

23. Februar 2007

Endlich ist es soweit. Meine Chili-Maschine ist bereit in Betrieb genommen zu werden. Diese Maschine ist nicht wirklich etwas Besonderes. Im Grunde habe ich ein einfachen Minitreibhaus aus Plastik auf ein Brett geschraubt. Davor ein ebenfalls festgeschraubter Kasten mit zwei Steckdosen, einer Kontrolllampe und vor allem: Einem Thermostat.

Bei meinen Recherchen im Internet fand ich heraus, das Chilies unter 22°C nicht keimen. Also mußte eine Heizung her. Dies übernehmen zwei ganz gewöhnliche Rotlichtlampen. Diese werden einfach an der rechten Steckdose angeschlossen, welche vom Thermostat bedient wird. Eine einfache Zweipunktregelung hält so die Temperatur auf über 22°C.

Das Saatgut habe ich vorher in einem Sud aus Kamillentee und Guanodünger eingeweicht. Ersterer soll verhindern, das die Samenkörner schimmeln anstatt zu keimen. Letzteres soll die Körner zum Keimen anregen. In der freien Wildbahn werden die Samen von Vögeln verbreitet. Darum keimen manche Arten nur, wenn sie vorher durch Vogeldärme gegangen sind. Das versuche ich mit dem Guanodünger zu simulieren.

Namelat. NameFarbmarkierung
Habanero OrangeCapsicum chinenseOrange
Scotch BonnetCapsicum chinense JacqRot
JalapenoCapsicum annuumGrün

Für jedes Samenkorn habe ich einen Torfquelltopf vorbereitet. Und besonders wichtig dabei: Es wird Zeit die einzelnen Sorten zu markieren. Denn nur an Hand der Körner läßt sich die genaue Art nicht mehr bestimmen. Ich habe den drei Sorten à fünf Körnchen folgende Farben zugeordnet:

Die Torfballen werden dementsprechend mit farbigen Stecknadeln markiert. Nun kann die Maschine in Betrieb genommen werden. Und siehe da: Die Zweipunktregelung funktioniert einwandfrei. Jetzt muß ich einfach nur noch abwarten und die Torftöpfe feucht halten.


25. Februar 2007

Die Torftöpfchen sind trotz der feuchten Luft innerhalb des Minitreibhauses recht trocken geworden. Also war gießen angesagt. Herabtropfendes Wasser habe ich mit einem Lappen aufgenommen und wieder in die Torftöpfe geträufelt.


2. März 2007

PANIK! Gestern war noch gut, heute zu trocken! Schnell nachwässern! Hoffentlich ist noch nichts schlimmes passiert. Bei der Gelegenheit habe ich die Schraublöcher im Boden des Treibhauses mit Heißkleber abgedichtet. Ein Teil des Wassers scheint so durchgesickert zu sein. Dann fehlt es natürlich im Kreislauf des Treibhauses. Ab jetzt täglich kontrollieren! Ich bräuchte einen Feuchtesensor. Und oder Webcam. Besser beides.


6. März 2007

Hurra! Ein Jalapenopflänzchen hat sich entfaltet. Offenbar habe ich zumindest nicht alles falsch gemacht. Hoffentlich kommen die anderen auch bald.


13. März 2007

Hurra! Zwei Habanero-Pflänzchen zeigen sich! Jetzt habe ich wirklich von jeder Sorte eins. Das Jalapenopflänzchen habe ich jetzt aus dem Treibhaus genommen, dem scheint es nun zu feucht zu sein. Morgen pflanze ich es dann in einen Topf. Dank der Jiffies muß ich nicht befürchten, die Wurzeln zu verletzen.

Was mir auffällt ist das ungleichmäßige Aussehen der einzelnen Torftöpfchen durch unterschiedliche Trocknung. Vermutlich sind die Rotlichtlampen nicht so optimal wie gedacht.


14. März 2007

Es geht weiter, ein weiterer Keimling zeigt sich keck. Jetzt geht das wohl Schlag auf Schlag. Noch ist ja auch alles im Rahmen. 10-30 Tage bis zum Keimen sind normal.

Der Jalapeno zeigt bereits zwei weitere Blätter. Er sieht nicht besonders gut aus, ich vermute, die Feuchtigkeit im Minitreibhaus tut ihm nicht gut. Deshalb habe ich ihn jetzt schon in einen kleinen Topf gepflanzt. Dort kann sich der Kleine jetzt ungestört entfalten.


16. März 2007

Aua. Eines der Kleinen konnte sich nicht von der Hülle befreien. Beim Nachhelfen ist mir der Kopf abgerissen :'-( Das arme Pflänzchen. Ich lasse den traurigen Stängel mal stehen, vielleicht kommt ja noch was. Zu verlieren habe ich da wohl nichts mehr.


18. März 2007

Die Freude ist groß, zwei weitere Habaneros zeigen sich. Dem ausgelagertem Jalapeno geht es auch sehr gut. Von den anderen läßt sich aber komischerweise noch keiner blicken. Trauen die sich nicht ans Licht? Das wäre schade, denn gerade Jalapenos kann man eher in größeren Mengen brauchen als die wesentlich schärferen Habaneros.


23. März 2007

Pflänzchen im Schnappsglas

Pflänzchen im Schnappsglas

Bei meine Morgenkontrolle stellte ich fest, das zwei Pflänzchen wegen Wassermangel durchhängen. Andere dagen sind eher zu naß. Ich begreife das nicht. Schnell gegossen, hoffentlich regenerieren sie sich wieder.

Unglaublich: Das Pflänzchen mit den abgerissenen Keimblättern zeigt ein neues Blättchen. Das freut mich ja. Hoffentlich ist noch genug Kraft in der Wurzel, um das Blatt voll zu entwickeln. Dann wäre die Pflanze gerettet. Beide Pflänzchen, die heute früh zu trocken waren, haben sich wieder gut erhohlt. Soweit die guten Nachrichten.

Eines der Beiden ist am Stängel geknickt. Wie kann das passieren? Ich habe da doch nichts angefaßt. Aber da ist wohl nichts mehr machen. Die einzige Chance ist wohl, das Pflänzchen abzuschneiden und in Wasser zu stellen. Vielleicht zieht es ja neue Wurzeln. Ansonsten sieht es ja knackig gesund aus.


28. März 2007

Jetzt habe ich schon drei Pflänzchen in richtigen Töpfen drin. Auf der Fensterbank (Südseite) bekommen sie schön viel Sonne. Hoffen wir das sie da schön kräftig wachsen.


13. Mai 2007

Nach längerer Pause mal wieder ein Bildchen. Die drei Habaneros entwickeln sich prächtig. Bald können sie dauerhaft nach draußen. Wobei ich sie nicht ins Freiland aussetzen werde, sondern nur in größere Töpfe. Dann kann ich sie einfacher überwintern.

Nur der Japapeno kränkelt ein wenig. Auf der Fensterbank (südseite) zeigte hat er plötzlich angefangen Blätter abzuwerfen. Offenbar verträgt er die direkte Sonne nicht so gut wie die Habaneros. Also habe ich ihn erstmal wieder an ein Nordfenster gestellt. Ich denke in drei bis vier Wochen sieht der auch wieder schön buschig aus.


27. Mai 2007

Flotter Vierer

Proppere Kerlchen

So langsam entwickeln sie sich ganz prächtig. Nur der eine Habanero hat ein Ungezieferproblem. Ich bin zwar nicht so für Gift, aber da mußte ich dann doch Maßnahmen ergreifen.

Der Jalapeno kränkelt immer noch ein wenig, scheint aber stabil zu sein. Er zeigt erste Blütenansätze.

Inzwischen sind alle vier komplett draußen, wobei ich sie jetzt nocheinmal herein holen muß, da ein Temperatursturz bis 6°C angesagt wurde.


10. Juni 2007

Das Grauen - Hagelschlag. Die ganzen Blätter sehen ziemlich zerrupft aus. Jetzt sind sie so schön gewachsen, und dann das. Aber sie werden es sicher überleben. Die Jalapeno-Blüte nebst frischem Blatt ist einfach abgeknickt. Somit hat sich hier die Frage "Königsblüte brechen oder nicht" von selbst erledigt.

Da weitere Gewitter angekündigt wurden, habe ich die Pflänzchen unter das Dach gestellt. Das heißt zwar weniger Sonne, aber dafür sind sie vor Hagel sicher.


02. Juli 2007

Sie machen sich. Die Pflänzchen haben sich von dem Unwetter ganz gut erholt. Der Jalapeno hat schon eine schöne Frucht, die Habaneros blühen inzwischen oder zeigen zumindest Blütenansätze.



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